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Stand: 13.01.2009

Geschichte der Zither

Zither [die; griechisch kithara]
Saiten-Zupfinstrument der Volks-musik, besonders in den Alpenländern. Die äußere Form der Zither kann außerordentlich verschieden sein. Sie besteht aus einem flachen, einseitig gebo-genen Kasten, auf dem oben parallel zur Längsseite die 5 Melodie und 24 - 37 Begleit-akkord-Saiten verlaufen, unter denen sich ein Schallloch befindet. Unter den Melodiesaiten liegt das mit 29 Bünden versehene Griffbrett.


(Quelle: Lexikon)

Zither

 

URSPRUNG

In der Frage nach der Herkunft der Zither gehen die Meinungen auseinander.

Fest steht, dass die Griechen bereits auf einem „Monochord“ (Einsaiter), ein Instrument, auf dem durch Verschieben eines beweglichen Steges jedes Intervall angegeben werden konnte, Intervallstudien machten.

Im Mittelalter wurde auf einem „Scheitholt“ musiziert (2 oder 3 saitiges, rechteckiges Musikinstrument). Zweifellos sind die Vorgänger des Scheitholtes im türkisch persischen Raum zu finden.

Das Scheitholt, und da sind sich die Musikhistoriker einig, ist der Vorgänger unserer heute noch bekannten und gespielten Urzither, auch „Raffele“ genannt.

Die auf dem Scheitholt eingesetzten 14 Bünde erlaubten eine diatonische Spielweise auf den 2 gleichgestimmten Griffsaiten, dazu erklang eine Freisaite, die wie beim Monochord durch Unterlegen eines Steges in ihrer Tonhöhe verändert werden konnte. Die linke Hand strich mit einem Rundholz über die Saiten. Der Daumen der rechten Hand spielte die Saiten an.

Die Schärrzither, auch Kratzzither, ist die Weiterentwicklung des Scheitholtes. Den Namen verdankt dieses heute fast nicht mehr gespielte Instrument der scharrenden Bewegung des Plektron in der rechten Hand. Die Griffbrettsaiten sind 2-chörig gleichgestimmt, so auch die erste Freisaite, das „Trompeterl“, es folgt die Terz, Grundton und als Basssaite die Quint. Die Schärrzither weicht von der Schmalform des Scheitholtes ab, die zithertypische Form ist bereits erkennbar.

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden viele Versuche unternommen, die Urzither durch Hinzufügen von Freisaiten zu erweitern. Die Griffbrettsaiten der Schlagzither wurden mit einem Zitherring angeschlagen. Erst die Verwendung des Zitherringes, anstelle des bei der Urzither üblichen Plektrons, erlaubte die Weiterentwicklung zum virtuosen Zitherspiel: Der Daumen schlägt die Griffbrettsaiten an, die vier Finger der rechten Hand werden zum Spiel der Freisaiten eingesetzt.

Nikolaus Weigel führte 1838 die Quart/Quintenreihung der Freisaiten und das chromatische Griffbrett ein.

Der Instrumentenbauer Max Amberger konstruierte 1862 die erste Konzertzither, Max Albert baute die erste Normalzither in Harfenform.


Interessantes und Wissenswertes zur Zither

Die ersten Zithern, wo die Griffbrett-Saiten nicht mehr mittels Stimmnägel, sondern durch Wirbel mit Schraubengewinden ersetzt wurden, so wie es heute noch üblich ist (Mechanik), wurden in Wien um die Mitte des vorigen Jahrhunderts vom Zitherbauer Kiendl in Wien hergestellt. Nach 50 jähriger Tätigkeit wurden rund 50.000 Zithern allein von dieser Firma gebaut. Daran kann man erkennen, welchen Stellenwert das Zitherspiel in diesen Jahrzehnten hatte.

Nikolaus Weigel aus Giesing bei München war der erste Verfasser einer gedruckten Zitherschule (1838). Er war es, der „Ordnung“ in die Saiten brachte:

5 Griffbrettsaiten: a' - a' - d' - g - c und 24 Begleitsaiten im Quart- Quintenzirkel; = Münchener Stimmung. Diese Besaitungsart wurde vom oben angeführten Zitherbauer Kiendl übernommen.

Carl J.F. Umlauf aus Wien kreierte die sogenannte „Wiener Stimmung“: Griffbrettbesaitung: a'-d'-g'-g-c.

Die erste Freisaite ist ein as' , die Saite 11 (fis') ist um eine Oktave höher als bei der Münchener Stimmung, der F-Bass ist eine Oktave tiefer gestimmt.

Herzog Max, der Vater von Kaiserin Sissi, war ein begabter Zitherspieler und ein großer Förderer dieses Musikinstrumentes, Er verkleidete sich gern als einfacher Wanderer und spielte auf dem Land bei Bauern und Märkten auf. Er sammelte Lieder und Melodien, veröffentlichte 60 Kompositionen. Er notierte die Bässe und Freisaiten im Bassschlüssel. Auch seine Lieblingstochter, Kaiserin Elisabeth (Sissi) spielte Zither.

Franz Defregger hat uns ein Ölgemälde „Der Zitherspieler“(1875) hinterlassen, wo wir sehen können, wie damals die Zither, auf dem Schoß liegend, „geschlagen“ wurde.

Klangreichtum der Zither

Klavier: 88 Töne - Zither: über 185 Töne

z.B.: die Töne g bis cis' finden wir auf der Zither gleich dreimal, das sind 21 Töne. Die Summe aller spielbaren Töne, über 185 (ohne Flageolett) ergibt sich dadurch, da viele Töne auf der Zither auf verschiedenen Saiten und diversen Griffbrettpositionen gespielt werden können.

Wenn wir den Abstand zwischen dem 1. und 2. Bund abmessen, das Ergebnis mit 0,9438 multiplizieren, haben wir den Abstand zwischen dem 2. und 3. Bund errechnet. Nach 12 Multiplikationen (immer den nächsten Abstand zwischen den Bünden nehmend) haben wir genau die Saiten-Mitte errechnet. (Die Hälfte unserer „Zithermensur“)

Da das Griffbrett der Zither temperiert ist, werden die Freisaiten nicht nach Gehör, sondern unbedingt nach dem entsprechenden Griffbrettbund gestimmt.

Das klassische Zitherquartett setzt sich zusammen aus: 

Quintzither,
Diskantzither,
Altzither,
Basszither,
Mensurlänge 38 cm,
Mensurlänge 43 cm,
Mensurlänge 51 - 53 cm,
Mensurlänge 57 cm,
erste Griffbrettsaite = e''
erste Griffbrettsaite = a'
erste Griffbrettsaite = e'
erste Griffbrettsaite = a


Die Bestandteile der Zither


(Quelle: Lehrbuch „Zither für Anfänger und Fortgeschrittene“ von Heinz Gamper, Koch Musikverlage GmbH, http://www.kochnoten.com

 



Meine Zither

Das liebste auf der weiten Welt
Ist mir der trauten Zither Spiel,
Ich schätz es mehr als alles Geld
Und kostets auch der Mühe viel.

Bin froh und guten Mutes ich,
So freut sie sich mit ihrem Herrn
Und fühl ich trüb und traurig mich,
So teilt sie meinen Kummer gern.

Drum ist mir wohl bei ihr allein,
Weil sie, die Einzge, mich versteht,
Ich lass die Menschen Menschen sein
Und spiel auf ihr von früh bis spät.

Die Menschen treiben auch ein Spiel,
Doch ists ein anderes Instrument,
Sie spielen auf dem Menschen viel,
Der ihre Falschheit noch nicht kennt.


- Herzog Maximilian von Bayern -
(1808-1888)



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